
Aber der Termin am 21. Mai dürfte für ihn unvergesslich sein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war zu Besuch auf der Alb, um für das Ehrenamt zu werben. Eine Station führte ihn auf dem Hohen Neuffen, wo ihn am Eingangstor Rudolf Thaler, kommisarischer Vorstandsvorsitzender des OGV Bissingen, und Alexander Söll mit einem kleinen Apfelbaum erwarteten. In einem kurzen Einführungskurs erläuterte Thaler den fachgerechten Schnitt eines Streuobstbaumes und dessen Veredlung mit einem Edelreis. In den wenigen Minuten, die Thaler dafür zur Verfügung standen, erhielt unser Staatsoberhaupt einen kleinen Einblick in die Kunst des Obstbaumschnitts.
Ob er sein neuerworbenes Wissen an den Obstbäumen in seiner Umgebung einmal umsetzen wird, verriet Frank-Walter Steinmeier leider nicht.
Seine Eindrücke von diesem bedeutenden Tag schildert Rudolf Thaler in seinem Bericht für das Bissinger Mitteilungsblatt so:
Unser Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Vergangenen Donnerstag war unser Bundespräsident zu einer Wanderung ins Biosphärengebiet
Schwäbische Alb gekommen. In der örtlichen Presse wurde darüber ausführlich berichtet. Im
Zuge dieser Wanderung war es dem Bundespräsident ein großes Anliegen, auf Ehrenamtliche zu
treffen, die sich für Pflege und Erhalt unserer Landschaft einbringen. Seine Wanderung begann
am Keltenzentrum, beim Burrenhof, wo er zunächst auf eine Gruppe traf, die sich für das einstige
Oppidum und den heute noch vorhandenen Heidengraben einbringt. Die nächste Station, bei der
Barnberghütte, belegte die Schwäbische Albvereinsgruppe von Neuffen, die dort ihre
ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen konnte. Weiter ging es zum Startplatz der Gleitschirmpiloten,
wo ihn Vertreter der Nabu-Gruppen Neuffen und Beuren erwarteten.
3. Station war dann am Schwarzen Turm auf der Burg Hohenneuffen, die Station Streuobst. Es
war für unseren OGV allerhöchste Ehre, dass wir dort dabei sein durften. Jede Station konnte
immer 8 Ehrenamtliche stellen. Auf der Station waren dies von unserem OGV, Sabine Frick,
Karlheinz Nägele, Alexander Söll und der Vorsitzende Rudolf Thaler. Ebenso waren zwei
Vertreterinnen des OGV Neuffen, eine junge Akteurin von der Zukunftsgeneration Streuobst und
schließlich Tinus Herrmann, vom OGV Neidlingen, der auch für Bissingen kein Unbekannter ist,
dabei.

Rudolf Thaler war Sprecher dieser Gruppe. Dazu stellte eine Schautafel, anhand Fotos,
unsere Aktionen für die Streuobstwiesen dar. Wir trafen auf einen sehr entspannten, lockeren
und sehr interessierten Bundespräsidenten, der uns sehr schnell die nervöse Anspannung nahm.
Dass wir eine bunte Mannschaft, von jung bis alt und dazu paritätisch aufgestellt waren, gefiel
dem Bundespräsidenten sehr. Rudolf Thaler konnte die Arbeit der OGV’s zur Pflege und dem
Erhalt der Streuobstlandschaft vorstellen. Als Aktion veredelten wir gemeinsam einen getopften
Apfelhochstamm mittels Kopulation und der alten württembergischen Sorte Jakob Fischer. Der
Bundespräsident war voll mit dabei, als wenn er dies schon immer gemacht hätte. Er setzte
einwandfreie Schnitte und verband anschließend fachgerecht.

Wir staunten da alle und Rudolf Thaler kam nicht umhin, zum Bundespräsidenten zu sagen, dass es ein Profi nicht besser
machen könne. Dies wurde von allen Anwesenden mit Beifall für den Bundespräsidenten
untermauert. Anschließend gab es noch ein Versucherle von Apfelsaft aus Bag in Box und auch
Schwäbischem Most, sowie ein kurzes Gespräch des Bundespräsidenten mit jeder und jedem
von uns. Der Bundespräsident würdigte unsere Arbeit und das Ehrenamt. Er sagte: „Demokratie
benötige Menschen, die sich einbringen, die mitmachen, die sich nicht nur um sich selbst
kümmern“. Ein sehr bedeutender Satz. Anschließend waren wir noch zu einem Imbiss im
Restaurant Hohenneuffen eingeladen.
Es wurde uns aufgegeben, dem Bundespräsidialamt, zu gegebener Zeit, über den weiteren
Fortgang das Baumes zu berichten und dies mit Fotos zu hinterlegen. Hierfür haben wir uns
bereits ein Projekt ausgedacht, zu dem wir dann, wenn so weit, an dieser Stelle berichten
werden. Wir sind uns der Ehre absolut bewusst, dass wir so auf unseren Bundespräsidenten
treffen durften. Dies wird immer in unserer Erinnerung bleiben.
Die Fotos wurden uns dankenswerterweise von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets zur
Verfügung gestellt.

