Zugegeben, im Juli einen Baum zu pflanzen ist nicht optimal, aber bis in den Herbst warten, wollte Rudolf Thaler auch nicht. Der junge Baum hatte sich nach seiner Veredlung bestens entwickelt und hatte viele dunkelgrüne Blätter.
Als Helfer hatten sich einige Vereinsmitglieder, Bürgermeister Fritz, Adelheid Schnitzler von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und die Kinder der 4. Grundschulklasse mit ihrem Lehrer, Martin Wetzel, eingefunden.
Wegen der derzeitigen Trockenheit hatten die Mitarbeiter des hiesigen Bauhofes die Pflanzgrube glücklicherweise bereits vorbereitet. Für die Kinder wäre das Ausheben der Grube zu schwer gewesen.

Anschaulich erklärte Rudolf Thaler, warum der Baum gepflanzt wird und wie die einzelnen Pflanzschritte aussehen.

Begeistert fanden sich immer wieder Kinder bereit, mitzuhelfen: beim Einrammen der beiden Baumpfähle mit einer „Katz“,

beim Anfüllen der Pflanzgrube mit guter Erde,

beim Einsetzen des Baumes

beim Verfüllen der Pflanzgrube und


beim dringend nötigen Wässern.

Die Kinder erfuhren, warum ein Drahtkorb um den Wurzelballen mit eingesetzt wurde (um Nagetiere vom Abfressen der Wurzeln abzuhalten) und warum der Stamm des Baumes weiß angestrichen war (schützt die Rinde um bis zu 15 Grad vor zu starker Erhitzung durch die Sonneneinstrahlung).

Nach getaner Arbeit wurde natürlich ein Bild vom Jakob-Fischer-Apfelbaum gemacht mit allen an der Pflanzaktion Beteiligten.

Rudolf Thaler verriet den Kindern noch, dass sie als Überraschung ein Bild des Bundespräsidenten mit einem handschriftlichen Autogramm als Erinnerung an diesen Tag erhalten.

Zuerst gab es aber für jeden ein Eis als Erfrischung.
Es bleibt zu hoffen, dass die Kinder bei Spaziergängen nach „ihrem“ Baum schauen und vielleicht können sie mit ihren Kindern später mal einen Jakob-Fischer Apfel ernten – wir wollen darauf hoffen, getreu dem Spruch von Martin Luther: „und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“.

Und noch eine Hoffnung gibt es: Frank-Walter Steinmeier deutete auf dem Neuffen an, dass er wohl nicht zum letzten Mal hier gewesen sei, er war von der Landschaft begeistert. Und vielleicht, vielleicht schaut er dann auch mal bei dem Jakob-Fischer-Apfelbaum vorbei, den er am 21. Mai 2026 auf dem Neuffen selbst veredelt hatte. Er hatte jedenfalls darum gebeten, ihn über die Entwicklung des Baumes auf dem Laufenden zu halten.
Wir in Bissingen sind stolz auf diesen Baum und werden ihn in Ehren halten als Erinnerung an den 12. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
Am nächsten Tag in der Schule erhielten dann alle Kinder die versprochene Autogrammkarte des Bundespräsidenten und als "Danke-schön" stimmten sie sogar noch die Nationalhymne an.

